Risikomanagement: Von Risiken und Annahmen geblendet

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Führungskräfte sind sich heute der Notwendigkeit, Risiken und Chancen zu steuern, welche die von ihnen gewählten Strategien beeinflussen, bewusst. Sie haben erhebliche Anstrengungen in potenzielle Bedrohungen gesteckt, welche das Erreichen der gesetzten strategischen Ziele gefährden könnte. Aber genau diese Verwaltungsräte und Führungskräfte sind häufig Opfer eines sogenannten „blinden Fleck“ in Bezug auf das strategische Risiko, dessen Auftreten im Vorfeld zu erkennen sehr schwierig ist.

Die Strategie selbst kann fehlerhaft sein, aufgrund der Tatsache, dass sie auf Annahmen basiert, die möglicherweise nicht mehr gültig sind. Das heisst: Die Annahmen selbst werden zu Risiken.

 

Die Risiken der Annahmen

Mitarbeiter verlassen sich zu oft auf ihre eigenen Erfahrungen bei der Festlegung der strategischen Annahmen. Diese Praxis kann zum Problem führen, dass die Erfahrung nicht immer ein zuverlässiger Indikator für die künftigen Aktionen ist. Das Umfeld ändert sich ständig, so dass unter Umständen die Erfahrungswerte selbst zu einem Risiko werden. Die Geschichte ist reich an Beispielen von Ausfällen aufgrund von falschen Annahmen.

Die Umstände ändern sich ständig im geschäftlichen Umfeld, umso mehr, im heutigen Umfeld. Unberechenbar, plötzliche und heftige Verschiebungen sind in dieser turbulenten Umgebung häufig. Daher ist das Verständnis
strategische Risiken systematisch und regelmässig hinsichtlich der Grundannahmen zu überprüfen besonders wichtig.

 

Management-Grundsätze für Risiken der Annahmen

  1. Verwenden Sie ein "Thesis – Antithesis - Sythesis" Rahmen zur Identifizierung und Steuerung der Annahmen.
  2. Identifizieren Sie Signale, die auf das Ankündigen oder Auftreten von unerwarteten Ereignissen hinweisen.
  3. Bestimmen Sie, ob das unerwartete Ereignis ein "Freund oder Feind" Ereignis ist.
  4. Entwickeln Sie eine Strategie, welche mehrere Strategieoptionen offen hält.

Annahmen sind Risiken, die als gering bewertet werden. In vielen Definitionen wird beispielsweise die Feststellung gemacht, dass die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stehen, wenn sie benötigt werden. Was bedeutet diese Aussage? Dies ist eine Annahme, denn wir gehen zu Beginn immer wieder davon aus, dass wir die benötigten Ressourcen erhalten werden.

Ist das nun tatsächlich eine Annahme? Können Sie sich auch Situation vorstellen, dass die geplanten Ressourcen nicht termingerecht zur Verfügung stehen, vielleicht weil sie zuvor noch an einem anderen Ort benötigt werden? In diesem Fall ist die gleiche Aussage definitiv ein Risiko und keine Annahme.

Ob eine Aussage eine Annahme oder ein Risiko ist, hängt von den Umständen ab. Die Unterscheidung liegt darin, wie hoch wir die Eintrittswahrscheinlichkeit einstufen, dass ein bestimmtes Ereignis eintreten wird. Wenn ein Ereignis Negativfolgen haben kann, aber die Eintrittswahrscheinlichkeit gering ist, dann kann es als Annahme definiert werden. Ebenfalls eine Annahme ist, wenn das Ereignis positiv und die Eintrittswahrscheinlichkeit hoch ist. Eine Möglichkeit, Annahmen zu definieren, besteht darin, dass man ein Risikoanalyse durchführt und die Ereignisse mit einer geringen Risikostufe heraus nimmt. Bei einigen wird es sich nicht lohnen, sie zu erwähnen. Aber andere können negative Auswirkungen haben, wenn sie sich nicht so entwickeln, wie wir es erwarten. Diese sollten dann als Annahmen dokumentiert werden.

Ereignisse ohne Unsicherheiten (Eintrittswahrscheinlichkeit 0% oder 100%), sind weder eine Annahme noch ein Risiko. 100% bedeutet Tatsache, 0% bedeutet Fiktion.

 

Zitat: „Man hat den Eindruck, dass die moderne Physik auf Annahmen beruht, die irgendwie dem Lächeln einer Katze gleichen, die gar nicht da ist.“
Albert Einstein

 

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